Die Brenztalbahn: Die ersten Männer

Die ersten Männer

Der Stadtplan von Heidenheim aus dem Jahre 1844. Die infragekommenden Plätze für den Bahnhof, Schmitten- oder Brenzfeld, sind hier deutlich zu sehen.

Als im Mai 1857 endlich feststand, daß die Bahn von Aalen nach Heidenheim in Angriff genommen würde, entbrannte in Heidenheim eine heftige Diskussion über den Standort des Bahnhofes. Zwei Orte kamen dabei in Frage: das östlich der Brenz zwischen Toten- und Siechenberg gelegene Brenzfeld und das unterhalb des Schmittenberges bis hin zum Totenberg gelegene Schmittenfeld. Als dann noch beschlossen wurde, daß die Bahn nicht durch das Stuben-, Ugen- oder Lonetal verlaufen solle, erhitzten sich die Gemüter noch heftiger. Die Wünsche der unteren und der oberen Stadt, erstere war für die Lage mehr nach Richtung Mergelstetten und letztere mehr nach Schnaitheim, standen sich gegenüber.

Die Anhänger des Brenzfeldprojektes, vornehmlich die untere Stadt, hielten eine sehr zahlreich besuchte Versammlung und forderte in einer von 239 Bürgern unterzeichnete Eingabe ihre Interessen. Sie vertraten die Ansicht, das Schmittenfeld sei sumpfig und zugig und dadurch nicht für die Lage des Bahnhofes geeignet.

Die Kosten der Stadt für das Schmittenfeldprojekt wurden auf 26 000 fl., für das Brenzfeldprojekt, sofern die Brenzstraße als Hauptzufahrt benutzt werde, auf 17 000 fl. berechnet.

Der Staat überließ die Entscheidung der Stadt. Nach einer Abstimmung des Gemeinderates der Stadt Heidenheim stimmten acht für und vier gegen das Schmittenfeldprojekt. Im Bürgerausschuß wurde fünf gegen fünf gestimmt und durch Stichentscheid des Obmanns auch hier eine Mehrheit für das Schmittenfeld. Als Begründung wurde die Gewinnung von 100 Bauplätzen und der größere Raum, den das Schmittenfeld bot, angegeben.

Für den Bahnhof wurde am 23. Mai 1863 eine neue Straße, die von der oberen Vorstadt ausgehende heutige Wilhelmstraße, gewählt. Ihre Verlängerung wurde auf den von der staatlichen Bauleitung bestimmten Bahnhofsvorplatz so angelegt, daß sie geradlinig auf das Empfangsgebäude zugeführt worden wäre. Die Zählebigkeit der erst 1911 abgerissenen Scheuer Ecke Wilhelm- und Schnaitheimerstraße veranlaßte eine zweimalige Brechung dieser geraden Linie. Der Stadtbauplan wurde vom Erbauer der Brenzbahn, Oberbaurat Morlok nachgeprüft und in einigen Punkten etwas verändert. Seinen Ideen verdankt Heidenheim auch die Parkanlagen beim Eintritt vom Bahnhof in die Stadt.

Zur Auffüllung des Bahnhofsplatzes wurden zwei große Schlackenhaufen unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Weiterer Steinschutt kam von einem angekauften, unmittelbar westlich der Straße nach Schnaitheim gelegenen Platz und von Brüchen am Ottilienberg.

Diese Schwierigkeiten waren vergessen, als am 14. September 1864 die Festlichkeiten der Eröffnung der Brenzbahn zu Ende gegangen waren und der Alltag der Strecke begann.

Dieser Alltag wurde mit schon erfahrenen Männern der bereits einige Zeit vorher gebauten württembergische Strecken begonnen:

in Aalen

  • Ein Bahnhofsinspektor und Vorstand mit dem Rang der VII. Stufe mit einem pensionsberechtigten Gehalt bis zu 1400 fl., freier Wohnung und einer Funktionszulage von 200 fl. für die Führung der Postkasse, der Bahnhofsinspektor und Postamtsvorstand Holland aus Friedrichshafen.

in Schnaitheim, Königsbronn, Oberkochen und Unterkochen

  • Je ein Bahnmeister oder Einnehmer I. Klasse und Postexpeditor in einer Person mit 400-450 fl. Gehalt, freier Wohnung und freier Dienstkleidung sowie mit einer Vergütung für den Amtsaufwand in sich begreifenden Zulage von 100 fl. aus der Postkasse, für Schnaitheim der Güterabferitgungsgehilfe Vogel aus Heilbronn, für Königsbronn der Güterabfertigungsgehilfe Bond aus Bruchsal, für Oberkochen der Bahnmeister und Postexpeditor Honold aus Betzingen und für Unterkochen der Bahnmeister und Postexpeditor Strobel aus Eislingen.

in Heidenheim

  • Ein Bahnhofsverwalter I. Klasse und Postamtsvorstand mit dem Titel Postmeister mit 800-1000 fl. Gehalt neben freier Wohnung, der Bahnhofsverwalter II. Klasse Krafft aus Waldenburg,

  • ein Oberschaffner für den Güterabfertigungsdienst mit 600 700 fl. Gehalt neben freier Wohnung oder 100 fl. Ersatz, Oberschaffner Koch aus Schorndorf,

  • ein Telegrafist, zugleich Bahnhofskassier mit 450-650 fl. Gehalt, neben freier Wohnung oder 100 fl., der Telegrafist und Kassiergehilfe Vaigle aus Eßlingen,

  • ein Portier, zugleich Bahnhofsaufseher mit 350-500 fl. Gehalt neben freier Wohnung oder 50 fl. Ersatz und freier Dienstkleidung, der Weichenwärter Weiß aus Eßlingen.


für die Strecke

  • in Aalen Weichenwärter Jakob Rapp aus Weihenbronn,

  • für den Teil Aalen-Unterkochen Bahnwärter Bollfinger von Nr. 79 und Bahnwärter Schmid von Nr. 80 der Remsbahn und Bernhard Lindner aus Utzmemmingen,

  • für die Station Unterkochen als Weichenwärter der Hilfswärter Gottlieb Ehmann aus Oberurbach,

  • für die Strecke Unterkochen-Oberkochen Friedrich Bartruff aus Jux, Fridolin Schultheiß aus Eglingen und David Steller aus Deufstetten,

  • für die Station Oberkochen ein Weichenwärter, der Zimmermann Schleicher aus Ebnat,

  • ? für die Strecke Oberkochen-Königsbronn als Bahnwärter David Schick aus Reichenberg, Joh. G. Langbein aus Klein-Eislingen, Philipp Bubeck aus Waiblingen und Friedrich Acker aus Weilheim,

  • für die Station Königsbronn als Weichenwärter der Maurer Georg Striebel aus Mutlangen,

  • für die Strecke Königsbronn-Schnaitheim als Bahnwärter Christian Lang aus Leonberg, Bahnwärter Sengle von Nr. 16 und Bahnwärter Kraft von Nr. 71 der Remsbahn, sowie der Steinhauer Wilhelm Maier aus Schnaitheim als Tunnelwärter,

  • für die Stadion Schnaitheim als Weichenwärter Michael Zeller aus Abtsgmünd,

  • für die Strecke Schnaitheim-Heidenheim als Bahnwärter Heinrich Schmid aus Göppingen und Ulrich Ocker aus Heidenheim,

  • für die Station Heidenheim als Weichenwärter der Bahnwärter Maier von Nr. 108 der Remsbahn und der Hilfsweichenwärter Jakob Wöller aus Süssen.


Zwölf Jahre später folgten:

Posten Nr. 24-27 der Abteilung Mergelstetten:

  • Bahnwärter Schmid, Joh, Michael, vorher Stationswärter auf Posten Nr. 14 in Königsbronn, Bahnwärter Geyer, Tobias, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 16 der Abteilung Schnaitheim, Bahnwärter Ocker, Ulrich, vorher Stationswärter auf Posten Nr. 19 in Schnaitheim, Stationswärter Handte, Jakob, Hilfswärter in Bempflingen.

Posten Nr. 28-30 der Abteilung Herbrechtingen:

  • Bahnwärter Karle, Johannes, vorher Weichenwärter auf dem Bahnhof Stuttgart, Bahnwärter Stahl, Blasius, vorher Weichenwärter auf Posten Nr. 9b in Zuffenhausen, Stationswärter Göhringer, Gottlieb, vorher Hilfswärter in Siglingen.

Posten Nr. 31-36 der Abteilung Giengen a.d. Brenz:

  • Bahnwärter Müller, Joh. Christian, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 149 der Abteilung Schwenningen, Bahnwärter Ertle, Simon, vorher Hilfswärter in Wildbad, Bahnwärter Eberhard, Johannes, seither Bahnwärter auf Posten Nr. 47 der Abteilung Trossingen, Bahnwärter Merz, Johann, vorher Hilfswärter in Wasseralfingen, Stationsmeister Reiner, Karl, vorher Stationsmeister in Einsingen, Weichenwärter Heinzelmann, Simon, vorher auf Posten Nr. 77 der Abteilung Willsbach, Weichenwärter Jennewein, Karl, vorher Weichenwärter auf dem Bahnhof Stuttgart.


Posten Nr. 37-40 der Abteilung Hermaringen

  • Bahnwärter Ehrle, Johann, Hilfswärter aus Untertürkheim, Bahnwärter Gutbrod, Friedrich, Hilfswärter aus Kirchentellinsfurt, Bahnwärter Wollmershäuser, Gottfried, Hilfswärter aus Althengstett, Stationsmeister und Postexpeditor Dürr, vorher in Gündringen, Stationswärter Scherer, August Wilhelm, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 88 der Abteilung Neudenau.

Posten Nr. 41-44 der Abt. Sontheim/Brenz:

  • Bahnwärter Beck, Christian, Hilfswärter in Kirchheim a. Neckar, Bahnwärter Leis, Joseph Adam, vorher Stationswärter auf Posten Nr. 37 in Bisingen, Bahnwärter Pfeil, Johann Georg, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 3 der Abteilung Saulgau, Stationswärter Schäfer, Christian Samuel, vorher Stationswärter auf Posten Nr. 18 in Gündringen.

Posten Nr. 45-49 der Abt. Niederstotzingen:

  • Bahnwärter Baumgärtner, Ernst, Hilfswärter in Waldenburg, Bahnwärter Schäuble, Joh. Georg, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 21 der Abteilung Calmbach, Bahnwärter Rack, Fidel, vorher Weichenwärter auf Posten Nr. 13 in Neuenbürg, Bahnwärter Keßele, Joseph, vorher Weichenwärter auf Posten Nr. 100a in Beimerstetten, Stationsmeister und Postexpeditor Seitz, vorher Stationsmeister und Postexpeditor in Endersbach, Stationswärter Göttle, Benedikt, vorher Stationswärter auf Posten Nr. 122 in Einsingen.

Posten Nr. 50-57 der Abteilung Rammingen:

  • Bahnwärter Buhl, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 58 der Abteilung Schrozberg Bahnwärter Müller, Xaver, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 23 der Abteilung Neckarteilfingen, Bahnwärter Hieber, Joseph, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 17 der Abteilung Gündringen, Stationswärter Häcker, Karl Wilhelm, vorher Stationstaglöhner in Aalen, Bahnwärter Böck, Franz Anton, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 46 der Abteilung Untermarchtal, Bahnwärter Schmid, Joseph, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 67 der Abteilung Niederstetten, Bahnwärter Glöckle, Friedrich, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 13 der Abteilung Herrlingen, Bahnwärter Auwetter, Ludwig, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 32 der Abteilung Waldsee.

Posten Nr. 58-63 der Abteilung Langenau:

  • Weichenwärter Fürst, Kaspar, vorher Hilfswärter in Goldshöfe, Weichenwärter Kehrer, Heinrich, vorher Hilfswärter der Abteilung Amstetten, Bahnwärter Haaf, Johann Georg, vorher Stationswärter auf Posten Nr. 90 in Neudenau, Bahnwärter Schmid, Xaver, vorher Tunnelwärter auf Posten Nr. 69 der Abteilung Niederstetten, Bahnwärter v. Bank, Michael, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 80 der Abteilung Essingen, Bahnwärter Göttle, Benedikt, vorher Stationswärter auf Posten Nr. 49 in Niederstotzingen.

Posten Nr. 64-74 der Abteilung Unterelchingen:

  • Stationswärter Hummel, Joseph, Hilfswärter in Mögglingen, Bahnwärter Bollfinger, Johann, seither Stationswärter auf Posten Nr. 5 aus Schwabsberg, Bahnwärter Stadelmaier, Jakob, Hilfswärter aus Winterbach, Bahnwärter Hummel, Joseph, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 65 der Abteilung Niederstetten, Bahnwärter Wizemann, Gottlieb, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 93 der Abteilung Lonsee, Bahnwärter Kollmer, Christoph, Bremser aus Stuttgart, Bahnwärter Allgaier, Joh. Georg, Hilfswärter aus Kißlegg, Bahnwärter Bippus, Matthias, Hilfswärter von der Haltestelle Zollern, Bahnwärter Spitz, Franz, Hilfswärter aus Göppingen, Bahnwärter Schäf, Gottfried Johann Friedrich, vorher Bahnwärter auf Posten Nr. 9 der Abteilung Schwabsberg.