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19.07.23 10:44 Uhr Alter: 228 Tage
Bauarbeiten mit langen Schatten
Von: Andreas Uitz, HZ
Eisenbahnbrücke Das Bauwerk an der Piltz’schen Unterführung soll 2026 durch eine neue Brücke ersetzt werden. Das wird erhebliche Auswirkungen haben, vor allen Dingen auf den Bahnverkehr.

Von 1864 bis 1875 war die Brücke über die Brenz der Endpunkt der Brenzbahn. Erst ab 1875 fuhren die Züge weiter nach Ulm. Sammlung Uwe Siedentop


1970 bis 1972 wurde das städtische Industriegleis zum Voith an die Hauptstrecke verlegt. Im Zuge dieser Umbauarbeiten wurde neben der älteren Brücke (vermutliches Baujahr 1924) eine neue Brücke für das zweite Gleis gebaut. Sammlung Uwe Siedentop


Wie die Brücke in den 1980er Jahren befahren wurde. Foto Uwe Siedentop


2006 wurde die Industriebrache der Piltzen Fabrik abgebrochen. Dabei hatte der Fotograf freien Blick auf den alten Teil der Brückenkonstruktion. Foto Uwe Siedentop

Noch ist ausreichend Zeit, denn die Bauarbeiten sollen erst 2026 über die Bühne gehen. Dennoch werfen die Planungen für die Erneuerung der Eisenbahnüberführung über die Brenz bei der Piltz’schen Unterführung ihren Schatten voraus. Denn das, was die DB Netz AG vorhat, wird weitreichende Einschränkungen entlang der Nördlinger Straße mit sich bringen. Betroffen ist nicht nur dieser Bereich, sondern auf Grund von zeitweisen Vollsperrungen der B19 die gesamte Innenstadt.

Spannweite von 62 Metern

Wie der Leiter des städtischen Fachbereichs Bauen, Gerhard Horlacher, den Mitgliedern des Technik- und Umweltausschusses des Gemeinderats erläuterte, plant die Bahn, die bestehende Stahlbrücke, die vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammt, durch eine zweigleisige Stabbogenbrücke zu ersetzen. Die Spannweite dieser Brücke wird 62 Meter betragen, der Bogen wird eine Höhe von 12,50 Metern aufweisen. Während der Bauarbeiten muss auch der städtische Gehweg, der unter der Brücke hindurchführt, tiefergelegt werden, weil die Unterkante der neuen Brücke 60 Zentimeter tiefer liegt als jetzt.

Zusammengebaut wird vor Ort

Aktuellen Planungen zufolge soll die Brücke vor Ort zusammengebaut und dann mit Schwerlastkränen an ihren Bestimmungsort gesetzt werden. Doch vorher sind etliche aufwändige Arbeiten vonnöten. So müssen beispielsweise sogenannte Widerlager gebaut werden, die auf Bohrpfählen begründet werden. Als Widerlager wird im Brückenbau ein massiver Unterbau bezeichnet, der den Übergang zwischen der Brückenkonstruktion und dem Erddamm herstellt. Diese Widerlager sollen mit einem Raupenkran an Ort und Stelle gebracht werden.

Um all diese Arbeiten zu ermöglichen, braucht die DB Netz AG natürlich Flächen. So sollen in einem Teil des Außenbereichs des Treff 9 die Widerlagerteile vorgefertigt werden. Außerdem soll hier eine Fahrbahn für den Raupenkran erstellt werden, mit dem das gesamte Brückenbauwerk eingebaut wird. Wie Horlacher erklärte, habe man mit dem Unternehmen Vereinbarungen getroffen, die einen Weiterbetrieb des Treff 9 gewährleisten. Einschränkungen wird es auch weiter nördlich geben, denn im südlichen Bereich des Brenzparks soll bis zur Pumptrack-Anlage die Baustelle eingerichtet werden. Das bedeutet, dass die Anlage von Süden her während der Bauarbeiten nicht mehr zugänglich sein wird.

Zwölf Monate Bauzeit

Die Bauzeit wird aktuell mit rund zwölf Monaten veranschlagt. Während dieser Zeit wird die Bahnstrecke Horlacher zufolge gesperrt, es soll ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Doch nicht nur der Zugverkehr wird betroffen sein. Denn während der Herstellung einer Bohrpfahlwand, die für den hunderte Tonnen schweren Kran notwendig ist, muss die B19 voll gesperrt werden, der Verkehr wird in dieser Zeit dann über die Innenstadt umgeleitet.

Temporär gesperrt werden muss auch die Piltz’sche Unterführung. Das führt für Fußgänger und Radfahrer zu größeren Umwegen. Zwar hatte die Stadt Heidenheim von der Bahn deshalb gefordert, eine Behelfsbrücke zu errichten, doch habe sich keine geeignete Stelle finden lassen, so Gerhard Horlacher. Auch der Fußweg entlang der Brenz zwischen der Theodor-Heuss-Straße und der Unterführung muss gesperrt werden, weil er als Aufstellfläche für den Raupenkran benötigt wird, umgeleitet wird dann über die Friedrichstraße.

Kein Treppenaufgang

Nach Ende der umfangreichen Bauarbeiten wird es den Treppenaufgang zum Bahnhofgelände nicht mehr geben, da die DB Netz AG nicht beabsichtigt, ihn wiederherzustellen. Dieser Zugang zu den Gleisen war im Zuge der Landesgartenschau im Jahr 2006 geschaffen worden, um Besuchern, die mit dem Zug nach Heidenheim kommen, den Weg zum Gartenschaugelände zu verkürzen.