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150 Jahre Eisenbahngeschichte
Eine Dokumentation über die Anfänge des öffentlichen Stadtlinienverkehrs in Stuttgart - 1860 bis 1897
26.01.10 23:31 Uhr Alter: 12 Jahre
Stadtbahn für Ostwürttemberg
Von: Uwe Siedentop
Mit etwas angeschlagener Gesundheit kam Prof. Dr.-Ing. Wilfried Koch aus Oberkochen und begann pünktlich seinen sehr interessanten und visionären Vortrag zum Thema Stadtbahn im allgemeinen und im speziellen für Ostwürttemberg. Ein interessierter Personenkreis von 25 Personen aus den Vereinigungen Solarmobil e. V. Heidenheim, VCD Heidenheim und IVO - Interessenkreis Verkehr Ostwürttemberg folgten den Ausführungen des Referenten.

Professor Dr.-Ing Wilfried Koch im Seminarraum der Volkshochschule Heidenheim mit seinem Vortrag über die Stadtbahhn für Ostwürttemberg. Foto sie

Professor Koch begann mit der Erklärung des Wortes „Stadtbahn“ und stellte die Unterschiede zwischen „normaler Eisenbahn“ und dieser neuen, für viele Städte und Kreise interessante Variante des schienengebundenen öffentlichen Verkehrs dar. So sprach er von den zuständigen gesetzten EBO – Eisenbahnbetriebsordnung – und StrabVO -  Straßenbahnverkehrsordnung – und den technischen Unterschieden der Fahrzeuge und ihrer Ausrüstung für den Verkehr: Bremslichter, Pufferbelastungen und Stromversorgungen.

Nach diesem allgemeinen Teil kam Koch zur Skizzierung einer Stadtbahn, speziell für Heidenheim aber auch im Verbund mit den anliegenden Kreisgemeinden. Denn, so die Aussage von Koch „die Stadtbahn mache keinen Sinn, wenn sie an der Kreisgrenze endet“. An Hand von Beispielen wie Karlsruhe nannte Koch auch den Erfolgskurs der Stadtbahnen: Waren zwischen Karlsruhe und Heilbronn in den 80 Jahren gerade mal 8000 Personen unterwegs, sind es heute an die 55000 – pro Tag. Und die Stadtbahn wächst und wächst und wächst.

Dieses Erfolgsmodell wurde in vielen Städten nachgebaut und, so Dr. Koch „sei das auch für die Ostalb interessant und könne ein Erfolg werden“.

Aber wie sieht Koch die Stadtbahn? So skizzierte er einige Möglichkeiten, den schienengebundenen Weg hier auf die Ostalb zu bringen:

  • Nattheim-Oggenhausen-Heidenheim-Steinheim mit Verlängerung nach Weißenstein

  • Abzweig von den Gleisen der Brenzbahn am ehemaligen Zollamt und von da in die Karlstraße – Marienstraße – Grabenstraße – Erchenstraße – Paul-Hartmann-Straße – und in Mergelstetten wieder auf die Gleise der Brenzbahn.

Die Diskussion ging aber noch weiter:

  • Herbrechtingen – Dettingen – Gerstetten und da weiter nach Amstetten mit Alternative über

  • Heidenheim-Steinheim-Küpfendorf-Gerstetten

  • Sontheim-Gundelfingen mit Anbindung an Neuoffingen und/oder Günzburg

So wurden die Skizzen aus vielen Ideen der Vergangenheit und der Zukunft zusammengestellt, um die Ostalb, im engeren Sinne Heidenheim – mit schienengebundenem Nahverkehr zu durchziehen. Natürlich ergeben sich mit der Stadtbahn auch wesentlich kürzere Haltepunktabstände und neue Haltepunkte könnten eingerichtet werden.

Wilfried Koch gab in seinem Vortrag zu verstehen, dass die von ihm aufgezeigten Skizzen keine Vollständigkeit beanspruchen. Vielmehr sah er sie als Funken, der die Diskussion für eine Stadtbahn entzünden soll.

 

Nach seinem Vortrag gingen die Diskussionen unter den Teilnehmern in die unterschiedlichsten Richtungen: Rechnet sich eine Stadtbahn für die Ostalb? Angesichts der relativ dünnen Besiedlung? Welche flankierenden Maßnahmen müssen ergriffen werden? Wie wirken sich das dünn besiedelte Land und die Geographie auf die Kosten, die Akzeptanz bzw. das Verlangen nach einer solchen Stadtbahn aus?

Wilfried Koch verwies in diesen Themen auf die Politik: Ist die gewillt, den Individualverkehr zurück zu drängen oder nicht? Ist die Politik bereit, so ein Wagnis einzugehen? Dr. Koch lies diese Fragen alle offen. Erst die Diskussion und die Auseinandersetzung mit dem Thema „Stadtbahn für Ostwürttemberg“ könne diese Fragen beantworten.

 

 

Veranstaltet wurde der Vortrag im Meeboldhaus in den Räumen der Volkshochschule. Leider ein nicht gerade repräsentatives Ambiente – die Veranstalter mußten erst die Schulungsunterlagen der Schüler von den Tischen und fast leere Schachten vom Boden für den Referenten räumen, ganz zu schweigen der Tisch des/der Dozenten ...