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Kategorie: Aktuelles, Fahrzeuge
Von: Karin Fuchs - HZ
Probesitzen beim Bahn-Gipfel Brenzbahn - Die Hohenzollerische Landesbahn schickt am 1. April das erste neue Fahrzeug auf Jungfernfahrt nach Heidenheim. Mit dabei sein wird auch Verkehrsminister Winfried Hermann.
Der 9. Juni 2019 kann ein historischer Tag für die Brenzbahn werden: Von da an übernimmt die Hohenzollerische Landesbahn (HZL) den Betrieb für das Netz 12 im so genannten Ulmer Stern von der Deutschen Bahn. Das betrifft den Großteil der Verbindungen auf der Brenzbahn zwischen Ulm und Aalen mit Ausnahme des InterregioExpresses, den weiterhin die Bahn betreiben wird.
Zwölf Fahrzeuge hat die Hohenzollerische Landesbahn neu für diese Aufgabe angeschafft. Das erste davon wird am Montag, 1. April am Heidenheimer Bahnhof einfahren und geladenen Gästen präsentiert. Seine Teilnahme zugesagt hat als prominentester Gast Verkehrsminister Winfried Hermann.
Stresstest steht noch aus
Sein Kommen wird bei den politisch Verantwortlichen im Landkreis hoch gehängt angesichts vieler laufender und offener Fragen, die es mit dem Verkehrsministerium zu klären gibt, allen voran die Fragen zum zweigleisigen Ausbau der Brenzbahn. Noch immer steht der so genannte Stresstest vonseiten der Bahn aus, der zeigen soll, ob der Ausbau auch die gewünschten Effekte bringt. Sprich: ob mehr Züge als bisher fahren können und der Takt dadurch dichter wird. Auch die Frage der Finanzierung ist nicht abschließend beantwortet und wird in der Verantwortung zwischen Bund, Land und der kommunalen Seite hin und her geschoben. Aber nicht nur die Schiene, auch der Ausbau von Radwegen und Straßen sind Dauerbrenner, die beim Treffen im Hause der IHK Thema sein könnten.
Im Mittelpunkt stehen wird an diesem Tag jedoch zunächst einmal das neue Fahrzeug, das ab 9. Juni auf der Brenzbahn in Dauereinsatz geht. Laut Auskunft von HZL-Pressesprecher Christoph Meichsner, ist die Jungfernfahrt am 1. April für geladene Gäste gedacht, eine öffentliche Veranstaltung werde es dann zum Betriebsstart im Juni geben.
Die zwölf neuen Dieseltriebwagen des Typs Lint 54 hat die HZL bei Alstom bestellt. Die Fahrzeuge sollen die Standards haben, die das Land bei der Ausschreibung gefodert hat. Was wird also anders sein als bislang? Am augenfälligsten ist bestimmt das neue Aussehen im baden-württembergischen Landesdesign. Angetrieben werden sie von drei Antriebseinheiten, so genannten Powerpacks, die laut Herstellerangaben eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h ermöglichen. Die Sitzplatzanzahl beträgt 150 in der 2. Klasse, eine 1. Klasse ist nicht vorgesehen.
Die HZL verspricht noch weitere Verbesserungen, unter anderem einen niveaugleichen Ein- und Ausstieg an allen Bahnsteigen. Das klappt allerdings erst, wenn die Bahnsteige auch erhöht wurden. Am Heidenheimer Bahnhof ist dies wahrscheinlich erst 2021 der Fall. Rollstuhlfahrer können mit Hilfe eine Klapprampe ein- und aussteigen. Im Inneren finden sie dann Mehrzweckbereiche, in denen auch Kinderwagen und bis zu 18 Fahrräder Platz finden sollen. Barrierefrei soll auch die Toilette sein. Alle Fahrzeuge seien ausgestattet mit Klimaanlage, WLAN sowie mindestens sechs kindersicheren Steckdosen.
Während die Bahn ihre Dieseltriebwagen in Ulm wartet, wird der Fuhrpark der HZL in der Werkstatt in Gammertingen überholt, die dafür modernisiert werde. Nach dem Umbau, so Meichsner, werde die Werkstatt auf dem „neuesten Stand der Technik sein“ und „optimierte Instandhaltungsprozesse“ ermöglichen.
Mit rund 40 Mitarbeitern wird die HZL auf der Brenzbahn am Start sein. Einige seien bereits Mitarbeiter der SWEG, andere wurden aus den eigenen Reihen ausgebildet und ein Teil sei am freien Markt rekrutiert worden.
Zwei Betreiber fahren künftig auf der Brenzbahn
Das Land Baden-Württemberg hat den Bahnverkehr neu ausgeschrieben und die Verträge neu aufgesetzt.
Deshalb fährt neben der Bahn-Tochter DB Zugbus Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB) ab Sommer 2019 die landeseigene Hohenzollerische Landesbahn (HZL) einen Teil der Züge.
Die DB bleibt für den schnellen Interregio-Express zuständig, der im Moment noch alle zwei Stunden fährt und von Aalen nach Ulm keine Stunde benötigt.
Die HZL hat den größeren Brocken ergattert. Sie fährt die Regionalbahn und den Regionalexpress. Diese gehören mit zum sogenannten Ulmer Stern, der ab Juni 2019 komplett in Verantwortung der HZL ist.
Anfang 2018 ist die HZL, eine 100-prozentige Landestochter, mit der SWEG (Südwestdeutsche LandesverkehrsAG) verschmolzen.
Deren Aktionäre sind das Land Baden-Württemberg (95 Prozent) sowie der Landkreis Sigmaringen und der Zollernalbkreis (jeweils 2,5 Prozent).