Der exakte Hergang ist noch unklar, die Polizei geht beim jetzigen Stand der Ermittlungen allerdings davon aus, dass der Jugendliche Richtung Hohe Wart bzw.
Einkaufszentrum unterwegs war und dazu den Weg benutzen wollte, der unmittelbar nach dem Bahnübergang abzweigt. Da am Unglücksort neben einem Handy auch Ohrstöpsel gefunden wurden, hält es Dieter Knolmar, der Leiter des Giengener Polizeireviers, für denkbar, dass der 16-Jährige bei nachweislich gesenkter Halbschranke den Bahnübergang betrat, dabei aber abgelenkt war und deshalb den mit Tempo 80 aus Richtung Herbrechtingen kommenden Zug nicht wahrnahm.
Die polizeilichen Untersuchungen ergaben, dass der vermutlich gerade mit dem Ablesen technischer Instrumente befasste Zugführer den Jungen nicht gesehen hatte, sondern – wie mehrere Reisende auch – nur einen Schlag hörte und diesen um exakt 16.53 Uhr schriftlich vermerkte, weil er von einem technischen Defekt ausging.
Am Abend vernahm ihn in Crailsheim die Bundespolizei, nachdem ein Autofahrer gegen 17.30 Uhr den Leichnam des 16-Jährigen entdeckt hatte. Zur raschen Identifizierung trug die Tatsache bei, dass die Polizei unweit des Geschehens auf einen Freund des Getöteten aufmerksam wurde, der vergeblich auf den 16-Jährigen gewartet hatte.
Dieter Knolmar zufolge bestehen keinerlei Anhaltspunkte für einen Suizid, sodass von einem Unglücksfall auszugehen ist. Die Polizei bittet Zeugen, zu denen auch Zugreisende zählen könnten, sich unter Tel. 07322.9653-0 zu melden.