Unser Büchertipp:
Kalender mit Bilder der Brenztalbahn für das Jahr 2019
150 Jahre Eisenbahngeschichte
Eine Zeitreise entlang der Strecke Schorndorf-Rudersberg-Welzheim
Frauen aus dem Hause Hartmann. Herausgegeben von Doris Eckle-Heinle
08.10.18 01:20 Uhr Alter: 65 Tage
Brenzbahn gehört stilllegt
Von: Heidenheimer Zeitung
Leserbrief zur geplanten Schnellradstrecke („Nur langsam auf den Schnellweg“, Heidenheimer Zeitung vom 4. Oktober)

Bei einem Verbrauch von 170 Liter pro Kilometer würde ein Triebwagen der Baureihe 644 gerade mal 100 Kilometer weit fahren können. Aber nur dann, wenn er einen Kesselwagen mit einem Fassungsvermögen von 170000 Liter (in Worten: Einhundertsiebzigtausen Liter) hinter sich herziehen würde. Fotomontage: Uwe Siedentop

Die Vision einer Schnellradstrecke im Brenztal ist von epochaler Bedeutung, besonders, wenn sie konsequent umgesetzt wird. Die Suche nach einer geeigneten Trasse ist unnötig. Es gibt bereits eine Trasse die perfekt geeignet ist, die Trasse der Brenzbahn.
Nach einer Anfrage der Grünen an den Landtag von Baden-Württemberg und der Beantwortung durch Verkehrsminister Winfried Hermann betrug die Streckenbelastung der Brenzbahn pro Kilometer in den Jahren 2016 und 2017 jeweils ca. 3200 Personen für das erste Schulhalbjahr.
Bei einer Streckenlänge von 50 Kilometern und zwei Halbjahren ergibt sich somit eine Fahrgastzahl von 320 000 Fahrgästen pro Jahr. Dies entspricht pro Tag 877 Fahrgästen. Bei 60 täglich verkehrenden Zügen fahren im Mittel somit 15 Personen pro Zug.
Ein Zug mit einem Gewicht von knapp 100 Tonnen befördert also im Schnitt 15 Personen. Bei einem Dieselverbrauch von ca. 170 Liter pro Kilometer ergibt sich ein Verbrauch pro Fahrgast in Höhe von 11,3 Liter pro Kilometer. In ökologischer Sicht sind diese Werte als katastrophal zu bewerten.
Der Steuerzahler überweist dem Betreiber der Brenzbahn derzeit ca. zehn Euro je gefahrenen Kilometer, für die Fahrt von Aalen nach Ulm sind das ca. 500 Euro.
Der Zuschuss aus Steuergeldern zu einer Fahrkarte beträgt also ca. 33 Euro pro Person. Betrachtet man weitere, vom Steuerzahler aufzubringende Gelder, kommt man zu dem Schluss, dass der Betrieb der Brenzbahn aus ökonomischer Sicht ebenfalls als katastrophal zu bewerten ist.
Veranschaulicht man sich noch die vielen weiteren Vorteile, die sich bei einer Stilllegung der Brenzbahn ergeben, sollten die politisch Verantwortlichen ernsthaft über eine Stilllegung der Brenzbahn nachdenken und den Weg für eine Schnellradstrecke freimachen.
Das zusätzliche Verkehrsaufkommen auf der Straße, infolge der durch Busse zu befördernden 877 Fahrgäste, wird durch den Umstieg vieler Autofahrer auf das Rad mehrfach ausgeglichen. Die bisherige von den Entscheidungsträgern einvernehmlich geäußerte Aussage „der Ausbau der Brenzbahn ist zwingend notwendig“ entbehrt jedenfalls jeglicher Grundlage und hält näherer Untersuchung nicht stand.
Rudolf Ribarek, Königsbronn