Unser Büchertipp:
150 Jahre Eisenbahngeschichte
Eine Zeitreise entlang der Strecke Schorndorf-Rudersberg-Welzheim
21.06.17 16:55 Uhr Alter: 120 Tage
Ein Knall – dann stand der Zug still
Von: Karin Fuchs HZ
Die Bahn arbeitet derzeit den Grund für den Schaden auf der Brenzbahn am Montagabend auf. Hier blieb ein Zug Richtung Ulm liegen und blockierte den Bahnverkehr für drei Stunden.
Zwischen Sontheim und Niederstotzingen ist der Zug liegen geblieben. Foto: Siegfried Falten HZ

Zwischen Sontheim und Niederstotzingen ist der Zug liegen geblieben. Foto: Siegfried Falten HZ

Auf der Brenzbahn zwischen Niederstotzingen und Sontheim blieb am Montagabend ein Triebwagen der Baureihe 644 liegen und blockierte den Bahnverkehr für drei Stunden. Für die Fahrgäste bedeutete dies teils eine große Geduldsprobe, bis sie wussten, wann und wie es weiter geht.

Die Fahrgäste im betroffenen Zug, der Richtung Ulm unterwegs war, mussten auf freier Strecke aus dem Zug aussteigen. Sie wurden teils privat abgeholt, teils zum Bahnhof nach Niederstotzingen gebracht.

Laut Berichten von der Unfallstelle soll der Lokführer kurz nach einem Bahnübergang in den Feldern einen lauten Knall gehört haben. Der Lokführer leitete eine außerplanmäßige Bremsung ein und brachte den Zug etwa einen Kilometer später zum Stehen. Dort blockierte er die eingleisige Strecke, bis er eineinhalb Stunden später von einem anderen Triebwagen nach Sontheim abgeschleppt werden konnte. Acht folgende Züge fuhren deshalb nach Angaben der Bahn gar nicht oder mussten an der Unfallstelle wenden. Gegen 21.40 Uhr wurde die Bahnstrecke für den regulären Zugverkehr wieder freigegeben.

Was der Grund für die Panne war, dazu stellt die Bahn derzeit noch Nachforschungen an. Laut Angaben der Feuerwehr befand sich im Diesel- und Öltank ein etwa fingergroßes Loch, das provisorisch gestopft wurde. Dennoch blieb der Zug fahruntüchtig. Befürchtungen, dass der Diesel im Wasserschutzgebiet ausgelaufen war, bestätigten sich nicht. Der Unfallort liegt genau zwischen den Wasserschutzgebieten.

Eine Metallstange hatte das Loch in den Tank geschlagen. Ob das Teil vom Zug stammt oder auf den Gleisen lag und gegen den Zug geschleudert wurde, sei zurzeit noch unklar und werde in Ulm geprüft, wo der Zug in der Werkstatt steht, so die Auskunft eines Bahnsprechers.

Für die Fahrgäste, die entlang der Strecke auf ihre Züge warteten, war der Vorfall besonders ärgerlich, denn es dauerte weit über eine Stunde, bis zwischen Niederstotzingen und Sontheim ein Ersatzverkehr eingerichtet wurde. Für Fahrgäste nördlich der Pannenstelle dauerte es sogar noch länger, bis Ersatzzüge Richtung Aalen bereitstanden.

Die Feuerwehr Sontheim half den Passagieren aus dem Zug und war später mit der Aufnahme des ausgelaufenen Treibstoffs sowie des Öls beschäftigt.

Der Vorfall war nicht der erste dieser Art dieses Jahr: Anfang April war ebenfalls ein Triebwagen liegen geblieben. Damals passierte die Panne zwischen Herbrechtingen und Giengen. Ursache war damals ein Defekt am Bremssystem. Mehrfach Störungen gab es in den vergangene Monaten auch, weil Türen an den Zügen defekt waren. Teils mussten ganze Verbindungen gestrichen werden.

Wie auch diesmal sind es meistens Triebwagen der Baureihe 644, die von den Pannen betroffen sind.

Laut Bahnsprecher könne man den Einzelfall von Montag jedoch nicht mit den anderen Schäden vergleichen.

Wie mit den sonstigen Schäden umgegangen wird und ob man die Türenschäden mittlerweile im Griff hat, dazu gab die Bahn bislang keine Auskunft.