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Eine Zeitreise entlang der Strecke Schorndorf-Rudersberg-Welzheim
24.03.14 16:34 Uhr Alter: 4 Jahre
Brenzbahn: Ruf nach modernen Zügen - Alte Triebwagen nicht vertragskonform – aber keine Vertragsstrafen vorgesehen
Von: HZ pm
Den Einsatz alter Triebwagen auf der Brenzbahn hat die Grünen-Abgeordnete Andrea Lindlohr kritisiert. Sie hat die Bahn aufgefordert, wieder moderne Züge einzusetzen. Verkehrsminister Winfried Hermann erwartet Verbesserungen erst nach der Neuausschreibung der Bahnleistung.

Die alten einmotorigen Triebwagen, welche die Bahn vermehrt auf der Brenzbahn einsetzt, haben keinen stufenfreien Eingang. „Damit verstößt die Bahn gegen die Regelzugbildung, an die sie sich nach dem Verkehrsvertrag mit dem Land Baden-Württemberg halten müsste“, meint die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Andrea Lindlohr. Schriftlich hat die Betreuungsabgeordnete für den Kreis Heidenheim den Konzernbevollmächtigten der DB für BadenWürttemberg, Eckart Fricke, aufgefordert, den vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen und modernere Züge einzusetzen. Unterstützt wird sie von der Königsbronner Kreisrätin Margit Stumpp, die Mitglied im Landesvorstand der Grünen ist. Sie kann Berichte des Heidenheimer Verkehrclubs Deutschland, wonach auch die Pünktlichkeit der Brenzbahn durch dem Einsatz alter Triebwagen gelitten hat, aus eigener Erfahrung bestätigen. „Die Bahn muss die Zahlen auf den Tisch legen, um Vertrauen ihrer Kunden zurückzugewinnen“, fordert Stumpp.
Die Studie zur „Regio-S-Bahn Donau-Iller“ hat der Brenzbahn erst kürzlich ein ordentliches Wachstumspotenzial bescheinigt.
Ein breites Bündnis regionaler Politiker, darunter auch Lindlohr, sprach sich deshalb in der Sontheimer Erklärung für einen Ausbau der Strecke aus. „Wenn die Bahn aber Fahrgäste mit eingeschränkter Beweglichkeit systematisch ausschließt und die Pünktlichkeit ihrer Verbindungen nicht gewährleistet, wird es schwierig, die Menschen für einen Umstieg auf den Schienenverkehr zu motivieren“, erklärte Stumpp.
„Positiv ist, dass Verkehrsminister Hermann in Zukunft auslegbare Rampen für Rollstuhlfahrer verpflichtend vorschreiben will“, findet Lindlohr. Leider sei dies aber erst ab 2016 möglich. Bis dahin ist die Landesregierung noch an den großen Verkehrsvertrag mit der Deutschen Bahn gebunden, der 2003 verhandelt wurde. Wie sich auf ihre Anfrage hin gezeigt habe, so Lindlohr, sei eine Abweichung von der Regelzugbindung zwar ein Vertragsbruch. Doch für diesen seien keinerlei Vertragsstrafen vorgesehen. Die Bahn müsse dem Land nicht zur Pünktlichkeit einzelner Verbindungen berichten, sondern teile nur Durchschnittswerte für Messpunkte mit.
Laut Verkehrsminister Hermann haben die Verspätungszeiten an den Messpunkten Aalen und Ulm bisher im Vergleich zu 2013 minimal zugenommen. Eine Aussage über die Pünktlichkeit der Brenzbahn lässt sich daraus kaum ableiten.